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Nikolaus Walther Klehr (* 1944) ist ein Dermatologe mit Praxen in München und Salzburg, der durch eine umstrittene Therapieform für Krebserkrankungen bekannt wurde. Dabei handelt es sich um eine spezielle Form einer Eigenbluttherapie, die unter der Bezeichnung Autologe Target Cytokine (ATC) patentiert ist.[1] Die zellulären Bestandteile des Patientenblutes sollen so verändert werden, dass die hierbei freigesetzten immunaktiven Substanzen nach Reinjektion in den Körper die Immunabwehr des Patienten stärken können.[2] Neben diesen Therapien bietet Klehr auch Testverfahren für Krebs an. Hans Hege (1998 Präsident der Bayerischen Landesärztekammer) bezeichnete Klehr als einen „Scharlatan, der mit der Hoffnung von Krebskranken Geld macht“.[3][4] Wissenschaftler der Deutschen Krebshilfe fanden keinerlei Nachweis für die behauptete Wirksamkeit von Klehrs „Wundermittel“.[5] In keinem Fall habe seine Methode den tödlichen Verlauf der Krebserkrankungen aufhalten können.[6] Aufgrund von Rechtsverstößen bei Verarbeitungsprozessen wurde Klehrs Erlaubnis zur Herstellung von Eigenblutpräparaten in seinem Labor 2000 von der Gesundheitsbehörde widerrufen.[7] Klehr praktiziert seitdem in seiner Praxis weiter. Nach Todesfällen unter seinen slowenischen Patienten in Salzburg ist er 2008 erneut unter starke Kritik geraten.[4][8] Die Behandlung in Klehrs Salzburger Praxis mit täglichen Infusionen kostete, nach Angaben von Patientenangehörigen, zwischen 13.000 und 35.000 Euro.[4] Die Übernahme der Kosten für die Autologe Target Cytokine-Behandlung nach Klehr durch die deutschen gesetzlichen Krankenkassen ist in der Anlage II der Richtlinie Methoden in der ärztlichen Versorgung[9] des Gemeinsamen Bundesausschuss ausgeschlossen.[10] Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
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